Erste Frühlingskräuter finden

Auf der Frühlingswiese im Garten oder am Waldrand können die ersten vitaminreichen Wildkräuter gesammelt werden.

Ein Hoch auf den kräuterrasen

...denn der ist besonders im Frühjahr eine gute Quelle wilder Kräuter, aus denen eine erste chlorophyll- und vitaminreiche Mahlzeit zubereitet werden kann.

Die meisten dieser Frühen wachsen im Halbschatten, unter Gehölzen. Dem Löwenzahn ist das alles egal, der wächst überall. Wenn er im Beet stört, ab in die Salatschüssel damit. Löwenzahnhonig z.B.ist eine alte Rezeptur, zwar gehaltvoll, aber ungemein hilfreich bei Frühjahrsunpässlichkeiten.

 

Knoblauchsrauke

(Alliaria petiolata)

 

Sie begegnet mir jetzt recht oft, ob am Waldrand oder im Halbschatten in einer wilden Gartenecke.

Die Pflanze heißt nicht nur so, sie riecht und schmeckt sogar etwas nach Knoblauch.

Wer nicht sicher ist, zerreibt die Blätter zwischen den Fingern, dann wird es deutlich. Sie trägt bald kleine weiße Blüten.

 

Verwendung:

Junge Blätter von April - Juni für

  • grüne Pfannkuchen
  • als Küchengewürz
  • im Salat
  • Gemüsefüllungen
  • Aufläufe und Suppen
  • Kräuterquark und Pesto

Bärlauch (Allium ursinum)
Bärlauch (Allium ursinum)

 

Verwendung:

wie Schnittlauch

Wunderlauch
Wunderlauch

Bärlauch (Allium ursinum)

Zum Bärlauch ist nicht mehr viel zu sagen, er hat schon Einzug gehalten in die heimische Küche. Sammeln würde ich ihn in der Natur nur, wenn ich ihn schon habe blühen sehen. (siehe Bild links).

Dann ist keine Verwechslung mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose (blüht erst im Herbst) möglich.

Auch der kleine Wunderlauch oder Berliner Lauch kann wie Schnittlauch genutzt werden.



Vogelmiere

(Stellaria media)

Auf dem Bild die kleinen runden Blättchen (und später kleinen, weißen, sternförmigen Blüten) neben dem gelben Wiesengoldstern.

Wer sie im Garten hat, darf sich eigentlich glücklich schätzen, denn er braucht dann keinen Salat anzupflanzen.

50 g Vogelmierensalat decken z.B. bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C!

Die Samen können gezielt gesammelt und die Miere an gewünschten Stellen ausgesät werden.

Verwendung:

im Salat, als gedünstetes Wildgemüse, für grüne Brötchen oder eine Wiesensuppe...aber immer frisch verwenden, einfrieren lohnt nicht, da das Pflänzchen fast das ganze Jahr über verfügbar ist.

 


Gänseblümchen

(Bellis perennis)

Erst die Blüten sammeln, dann mähen.

Verwendung:

Sie sind, nicht nur weil es gerade Mode ist, eine schöne Zutat für jeden Salat oder Smoothie. Auch die Blätter und Knospen können verwendet werden, z.B. für Kapern und in Getränken, Heiltees.


Seine Zeit ist in diesem Jahr schon vorbei...

Scharbockskraut (Ficaria verna)

ist aus der Familie der Hahnenfußgewächse eins der wenigen Kräuter, die als Wildgemüse verwendbar sind.

 Erkennbar an den kleinen, fleischigen, spatelförmigen Blättern und den gelben, sternförmigen Blüten.

 

Verwendung:

Genießen sollte man aber nur die jungen Blätter vor der Blüte, z.B. in einem Salat. Die eingesalzenen Blütenknospen können wie Kapern gegessen werden.

 Die Bezeichnung "Scharbockskraut" stammt von der Verwendung der jungen, vitaminreichen Blätter gegen den Skorbut, eine Vitamin C-Mangelkrankheit, in früheren Jahrhunderten.


Löwenzahn
Löwenzahn

Löwenzahn

(Taraxacum officinale)

Die typischen Löwenzahnblätter und die dottergelben Blüten mit den anschließenden "Pusteblumen" kennt eigentlich jeder, besonders die Gärtner. In der Natur wächst er besonders gern auf gut gedüngten Hundeplätzen, deshalb ist das Sammeln im Garten besser.

Warum nicht den Salat damit aufwerten?

Verwendung:

  • für Löwenzahnkaffee (aus den getrockneten und gerösteten Wurzeln)
  • im Salat
  • Fruchtsalat mit Blüten
  • für Löwenzahnhonig
  • Getränke, Gelees, Liköre, Heiltees

 


Die grünen neune - ein rezept

Rauke, wildes Stiefmütterchen, Fenchelkraut, Spitzwegerich, Rettichsprossen, Sauerampfer, Gänseblümchen, Vogelmiere, Schafgarbe
Rauke, wildes Stiefmütterchen, Fenchelkraut, Spitzwegerich, Rettichsprossen, Sauerampfer, Gänseblümchen, Vogelmiere, Schafgarbe

Grün ist schon seit jeher die Farbe des Frühlings, des Neubeginns, der Fruchtbarkeit. Mit dem Zauber dieser Farbe ist auch die Zahlenmagie fest verwoben: Drei mal drei Kräuter kommen in die Suppe, um die wundersame Kraft der Dreizahl noch dreifach zu verstärken.

 

Je eine Handvoll von den folgenden Kräutern kommt in die Suppe:

 

Löwenzahn - Gänseblümchen - Brennessel - Bärlauch - Petersilie - Sauerampfer - Frauenmantel - Schnittlauch -

Gundelrebe

 

Alternativ sucht man Bibernelle, Schafgarbe, Brunnenkresse, Giersch, Vogelmiere, Taubnessel, Wegerich, Wegwarte, Rauke, Wiesenschaumkraut, Heilziest, Kerbel.

 

Zubereitung:

Außer den neun Kräutern wird noch folgendes gebraucht:

2 Schalotten

1 Zehe Knoblauch (falls kein Bärlauch bei den Kräutern ist)

3 EL Butter

2 EL Mehl

1 Liter Gemüsebrühe

150 ml geschlagene Sahne (Obers)

Salz, Pfeffer

 

Kräuter waschen und hacken. Ein paar Gänseblümchen zum Verzieren übrig lassen. Schalotten (und Knoblauch) fein hacken und in der Butter glasig dünsten. Mit Mehl bestäuben und anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen. Kräuter dazugeben und 20 Minuten langsam vorsichhin kochen lassen. Mit Mixstab fein pürieren. Geschlagene Sahne hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit einem Tupfer geschlagener Sahne und Gänseblümchen servieren.

Guten Appetit!

 

Weitere Informationen:

Achtung!

Weder meine Fotos in diesem Artikel noch Pflanzen- und Naturführer garantieren ein sicheres Bestimmen der Pflanzen! Laien sollten sich auf jeden Fall von mir oder anderen Kräuterexperten beraten lassen, denn einige Pflanzen haben giftige Doppelgänger! Zuviel von den Kräutern ist auch nicht gesund und kann zu negativen Reaktionen des Körpers führen. Einige Kräuter sollten nicht bei Schwangerschaft verwendet werden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0