Pflanzen für den Frühlingsgarten  Teil 1

Im Frühlingsgarten gibt es viel zu entdecken...

Das gartenjahr beginnt...

 ...mit den Pflanzen und Zwiebeln, die wir im Vorjahr und im Herbst in den Boden gesetzt haben. Ich empfinde gerade die Farben und ihre Strahlkraft im Frühjahr besonders intensiv. Leuchtendes Violett und knalliges Gelb in Verbindung mit dem ersten frischen Grün locken nicht nur die Insekten an, sondern auch uns in den Garten.

Im Februar, März  und April dominieren die Blumenzwiebeln und -knollen, die Schnellstarter unter den Gartenpflanzen. Betrachten wir die Schönsten:

schönste Gartenzwiebeln und Knollen - die Klassiker

Schneeglöckchen - Galanthus nivalis

Diese wachsen in Bernau am schattigen nordseitigen Bahndamm in der Nähe der Bahnhofspassage.

Winterlinge - Eranthis hyemalis

 


Anemonen - Anemone spec. + Sorten

Diese hier gehören zum Anemone blanda-Sortiment.

 

Im noch lichten Buchenwald finden wir oft das Buschwindröschen - Anemone nemorosa



Blausternchen - Scilla

Oft verwendet wird Scilla sibirica (Foto).

Im öffentlichen Grün habe ich Scilla bifolia gesetzt. Sie ist erkennbar an ihren nur zwei Blättern, wie der Name schon sagt, und ist allgemein etwas schwachwüchsiger als die erste Art.  Beide blühen von März - April. Scilla-Wiesen sind oft in alten Villengärten zu finden. Auf lichten Wiesenflächen ergibt sich ein besonders schönes Bild, wenn man die Zwiebelchen in Ruhe verwildern lässt.

 

 


Traubenhyazinthen - Muscari

 

Traubenhyazinthen eignen sich gut für Kies- und Steingartenanlagen, und dies nicht nur wegen ihrer Größe.



Krokusspektakel - Crocus spec.


Krokus-Gartensorten werden häufig in den Rasen gesetzt. Zum Verwildern eignet sich am besten Crocus tommasinianus. Der Elfen-Krokus verträgt leichten Halbschatten und wünscht einen frischen Standort, der im Frühjahr sogar etwas nass sein sollte (in einer Senke z.B.), sonst bleibt der Zuwachs sehr gering. Auch in meinem ersten Garten hatte ich diese Wildform und konnte die wundersame Vermehrung miterleben. Wichtig ist, das Laub bis zum Einziehen und Braunwerden zu belassen, d.h. im Rasen um die Horste herum zu mähen, dies gilt auch für alle anderen Zwiebeln und Knollen, da sie sich die Energie fürs nächste Jahr aus den Blättern in ihr Speicherorgan ziehen.


Osterglocken - Narcissus

Von den kleinen mehrblütigen Tazetten, den Dichternarzissen (Narcissus poeticus) bis hin zu den herrlichen cremefarbenen und gefüllt blühenden Sorten der Narzissen reicht die Auswahl.


Tulipan und Tulpenwahn

Gartentulpen sind schon seit Jahrhunderten in Kultur. International gebräuchlich ist eine Einteilung in 15 Gruppen.

  1. Duc-van-Tol-Tulpen (historisch)
  2. Einfache frühe Tulpen (Mitte April)
  3. Gefüllte frühe Tulpen (in der Regel Mitte April)
  4. Mendel-Tulpen (etwas später als Gruppe 2, Kreuzung aus 1 x7)
  5. Triumph-Tulpen (Ende April)
  6. Darwin-Tulpen (Mai, sehr hoch mit großen Blüten)
  7. Darwin-Hybriden (Mai, Kreuzung T. fosteriana x Darwin-Tulpen, am stärksten wachsend)
  8. Breeder-Tulpen (Mai, hoch, in matten Tönungen)
  9. Lilienblütige Tulpen (Mai, zugespitzte Blütenblätter)
  10. Cottage-Tulpen (Mai)
  11. Rembrandt-Tulpen (historisch, sollten wegen des evtl. noch enthaltenen Virus von anderen getrennt werden)
  12. Bijbloemen-Tulpen (mehrblütig)
  13. Bizarre Tulpen (zweifarbig, geflammt)
  14. Papagei-Tulpen (Blütenblätter gekräuselt, geflammt)
  15. Gefüllte späte Tulpen (bis Ende Mai)

Gefüllt blühende Sorten vor dem Botanischen Garten Berlin

Papageientulpe. Diese Tulpen, insbesondere die alten Sorten der Rembrandt-Tulpen mit geflammten Blütenblättern, wurden um 1630 im Rahmen des "Tulpenwahns" in den Niederlanden spekulativ gehandelt, bis dieser Markt sieben Jahre später zusammenbrach. Zu diesem Zeitpunkt konnten Tulpen in größeren Mengen gezüchtet werden und verloren ihre Raritätenstellung. Die Tulpenmanie kann als erste relativ gut dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte betrachtet werden.

Tulipa 'Spring Green' - Viridiflora-Tulpe

Klassiker im Steingarten, Tulipa praestans


Eine Wildtulpe (Tulipa tarda), mit der ich Erfahrungen in meinem ersten Garten gesammelt habe. Sie hat mir gut gefallen. Die Blüten sind mit ca. 5 cm Durchmesser nicht zu klein, und sie vermehrt sich gut selbst, wenn der Standort passt.

Pflege

Zwiebelpflanzen sind unkompliziert. Sie kommen im Herbst in die Erde, es ist nur die Pflanztiefe zu beachten. Wir warten ein Weilchen, bis zum Frühjahr, dann recken sie sich von selbst aus der Erde. Es ist immer wieder eine Freude und Überraschung, die ersten Frühblüher im Garten zu finden. Die ersten Insekten, meist Hummeln, die ihre Körpertemperatur etwas regeln können, laben sich an den kleinen Blüten von Winterling, Krokus und Primeln. Nur um die gefüllt blühenden machen sie einen Bogen, denn da gibt es nichts mehr zu holen. Alles leckere wurde zu weiteren Petalen (Blütenblättern) umgeformt. Im Sinne der Nektarsammler sollten wir deshalb  auf ungefüllte Sorten zurückgreifen.

Pflege? Wässern? Bei den Zwiebeln und Knollen nur in sehr trockenen Frühjahren nötig. Auch Düngen nicht, denn die frisch gesetzten Zwiebeln haben ihre Startenergie schon im Vorjahr gespeichert.  Düngen sollten wir sie mit einem organischen Dünger während oder nach der Blüte, bevor sie wieder einziehen. Wenn wir sie in Ruhe wachsen lassen, vermehren sich Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokus und Blausternchen (z.B. mit der Hilfe von Ameisen) gerne selbst und breiten sich langsam, aber sicher in vielen Gartenbereichen und Wegeritzen aus. Das kann lästig werden, muss es aber nicht. Nur die hochgezüchteten Tulpensorten erschöpfen sich nach einigen Jahren und kränkeln. Ihre Tochterzwiebeln können wir nutzen, sie erreichen meist jedoch nicht die Größe ihrer Mutterzwiebel. Da hilft nur aufnehmen, trocken und dunkel aufbewahren, im Herbst an einen neuen Standort setzen und nach zwei bis drei Jahren Neukauf. Wildtulpen sind anders, viele vermehren sich willig und bieten besondere Schönheit im Kleinen. Sie eignen sich am besten für Stein- und Kiesgarten.

Hyazinthe

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